Willi Sitte (1921 – 2013), einer der gelobtesten und gescholtenen deutschen Maler nach dem Zweiten Weltkrieg würde am 18. Februar 2021 einhundert Jahre alt. Die Moritzburg/Kunstsammlung der Stadt Halle ehrt den Künstler mit einer großen Werk-Retrospektive. In den Jahren 2002 und 2003 führte der Künstler mit der Kunst- historikerin Gisela Schirmer zahlreiche Gespräche, die am Ende die erzählte Autobiographie zur Folge hatten.

Der bemerkenswerte Band ist endlich wieder lieferbar. Er gibt Auskunft über den Weg vom Musterzeichner in einer böhmischen Teppichfabrik, zum Desserteur der Wehrmacht und Mitglied der italienischen Partisanenbewegung, Verehrer der französischen Moderne, der Verstricktheiten in den Formalismusdebatten der 1950er Jahre in der DDR bis hin zum Aufstieg zum Präsidenten des Künstlerverbandes der DDR und dem »Fall« nach der politschen Wende 1990.